Praxis für
Paar- UND Sexualtherapie
Einzelberatung & Alternative Beziehungen

Wie findest du eine paartherapie die wirklich queer-sensibel ist? 

In meinen Erstgesprächen höre ich in letzter Zeit immer häufiger von Erfahrungen, die mich sehr beschäftigen: Beziehungspersonen erzählen, dass sie bei früheren Paartherapeut:innen aufgrund ihrer trans* Identität diskriminiert wurden. Sie wurden wiederholt misgendert oder mussten sich für ihre Pronomen rechtfertigen. Und das, obwohl auf den Websites dieser Praxen stand, dass dort queer- und trans*-sensibel gearbeitet wird.

Wenn die wichtigste Basis fehlt 

An genau diesem Punkt ist die wichtigste Grundlage für eine Paartherapie bereits verloren: ein sicherer Rahmen. Ohne Vertrauen zwischen euch und der Person, die euch begleitet, kann keine tragfähige therapeutische Beziehung entstehen.

Stattdessen geraten Betroffene unter Erklärungsdruck. Ihnen werden ungefragt unausgesprochene Normen auferlegt. Und sie bekommen das Gefühl vermittelt, nicht richtig zu sein und nicht ernst genommen zu werden.

Genau diese Gefühle dürfen in einer Paartherapie niemals entstehen. Es soll ein Ort sein, an dem du dich sicher und gesehen fühlst. Mit deinen Themen bist du ohnehin schon in einer verletzlichen und oft neuen Situation. Hier soll es um dich und deine Beziehung gehen und nicht um die Meinung der Person, die euch begleitet.

Woran erkennst du eine queer-sensible Paartherapie?

1. Die Sprache auf der Website: Wird gegendert? Werden verschiedene Beziehungsformen, Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen selbstverständlich benannt? Das allein ist noch keine Garantie, aber ein erster Hinweis.

2. Der erste Kontakt: Wirst du beim ersten Kontakt nach deinen Pronomen gefragt, egal ob per Mail, am Telefon oder persönlich?

3. Worum es im Erstgespräch geht: Achtet darauf, ob sich das Gespräch wirklich um euer Anliegen dreht. Ein Warnsignal ist es, wenn ungefragt der Schwerpunkt auf eure Beziehungsform, Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung gelegt wird oder wenn diese sogar als Ursache für eure Probleme gesehen werden.

4. Eure eigenen Fragen: Ihr dürft selbst nachfragen: Welche Erfahrungen hat die Person, die euch begleiten soll, mit queeren Menschen, verschiedenen Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen?

5. Euer Bauchgefühl: Hört immer auf euer Bauchgefühl. Wenn eine Person aus eurer Beziehung ein „komisches Gefühl“ hat, nehmt das ernst.

Fehler passieren. Entscheidend ist der Umgang damit

Es geht nicht darum, dass Therapeut:innen keine Fehler machen dürfen. Auch ein falsches Pronomen kann einmal passieren. Entscheidend ist, wie sie damit umgehen.

Einen guten Umgang mit Fehlern erkennt ihr daran, dass der Fehler bemerkt, korrigiert und kurz anerkannt wird, ohne dass die betroffene Person ihr Gegenüber trösten oder beruhigen muss.

Werdet aufmerksam, wenn die Fehler trotz Hinweis immer wieder passieren oder darüber diskutiert wird, warum es ja „unnötig“ sei, die richtigen Pronomen zu verwenden.

ihr dürft wählerisch sein

Es muss nicht gleich bei der ersten Person passen. Ihr dürft euch gern mehrere Paartherapeut:innen anschauen, bis ihr euch wirklich sicher seid.

Wie ich arbeite

Mir ist wichtig, dass meine Klient:innen sich nach dem Erstgespräch in Ruhe Gedanken machen können, wie sie sich bei mir gefühlt haben. Schon bei der Online-Buchung könnt ihr eure Pronomen angeben, und im Gespräch frage ich zusätzlich danach.

Ich habe nicht nur als Paartherapeutin, sondern schon vorher als Sozialpädagogin viel mit queeren Menschen gearbeitet. Ich weiß, wie oft Menschen durch Ignoranz und engstirnige Denkweisen vor den Kopf gestoßen werden. Und wie müde sie vom ewigen Erklären und Rechtfertigen sind.

Für mich geht es darum, Menschen nicht auf ihre Beziehungsform, ihre Geschlechtsidentität oder ihre sexuelle Orientierung zu reduzieren. Sondern zu verstehen, dass viele von ihnen deswegen bereits Diskriminierung erlebt haben und in ihren Beziehungen oft schon herausfordernde Ereignisse und Lebensphasen durchgestanden haben.

Wenn du dir eine Begleitung wünschst, in der du nichts erklären musst, was du nicht erklären möchtest, lade ich dich herzlich zu einem Erstgespräch ein.

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